Die Zeit rennt mal wieder auf den Vollmond zu. Das Wetter sieht gut aus. Ein Standort muss her.
Nachdem ich mehrere Zielorte in Betracht gezogen habe, entscheide ich mich für diesen. Warum? Ich gebe zu, es ist auch ein Quäntchen Faulheit dabei. Der ausgemachte Punkt liegt in etwa 400m einem kleinen Parkplatz entfernt. Also muss ich mich nicht zu fest durch Gelände kämpfen. Einen Monat später würde sich dieser Punkt nicht mehr eignen um den Mond so einzufangen, wie ich mir das gerade in Gedanken vorstelle.
Dieses mal nehme ich mehrere Applikationen zu Hilfe. Ich möchte den Standort so genau wie möglich in der Theorie ermitteln.
Nachdem nun also Standort, Zielpunkt und Zeitpunkt ermittelt ist, „koche“ ich noch ein Rührei mit Toast und trinke eine Tasse Kaffee dazu. Danach ziehe ich mich um, packe das Equipment zusammen und fahre zum etwa eine Stunde und 20 Minuten entfernten Zielort.
Um Punkt 18 Uhr, erreiche ich den kleinen Parkplatz. Die Sonne geht in etwa 11 Minuten unter. Mit etwas Eile, könnte ich noch die letzten Strahlen einfangen. Doch ich bin wegen dem Vollmond hier.
Ich nehme das 600mm Objektiv, Stativ, Kamera und den LR-Timer, einen Fernauslöser mit.
Als ich beim genauen Standort ankomme, prüfe ich mittels APP noch einmal den Verlauf des Mondes. Etwa drei Meter korrigiere ich nochmals. Dann bau ich Stativ und Kamera auf und mache ein paar Testbilder. vor allem möchte ich, solange es noch hell genug ist die Bergkette rund um den Säntis einfangen. Damit dieser noch hell genug ist.
Der Mond geht um 18:26 Uhr auf. Da ich mich aber vor einer Gebirgskette befindet wird es hier 18:59 Uhr.
Gegen 18:45 Uhr sieht man den Schein des Mondes hinter den Hügeln bereits leuchten.
Nun kommt das kleine Problem Wetter dazu. Es bilden sich immer mehr Wolken um den Berggipfel. Die stören mich nicht einmal so fest. Es ist mehr der Dunst, der mir zu schaffen macht. Somit verlieft der Mond an Klarheit. Aber mal sehen wie es wird.
18:59 Uhr, das erste kleine Stückchen Mond zeigt sich ganz sachte hinter dem Berg. Jetzt heisst es Konzentration. Denn, was viele nicht wissen, der Mond „wandert“ extrem schnell. Um 19:02 Uhr befindet er sich bereits zentral hinter dem Säntisturm. Um 20:04 hat der den Turm passiert und wandert dann steil dem Himmel entgegen. Da ich einen Zeitraffer mache, also alle in diesem Fall 1,2 Sekunden ein Bild, warte ich, bis sich der Mond aus dem Blickfeld der Kamera hinaus bewegt hat. Die ist um 19:12 der Fall.
Der Zauber ist vorbei. Was bleibt, ist der Moment der nun bereits der Vergangenheit angehört.
Ich geniesse den Moment noch etwas, ehe ich zusammenpacke, zum Auto gehe und mit einem guten Gefühl nach Hause fahre.
Die Tatsache, dass die Voraussetzungen nicht ganz perfekt waren stören mich in diesem Fall für einmal nicht so sehr. Natürlich wäre es noch besser gewesen, wenn sich die Wolken und vor allem der Dunst aufgelöst hätten. Doch genau das ist es, was die Fotografie so spannend macht.
Und es verleiht dem Bild etwas mystisches.
Danke für das Lesen des Beitrags! Ich hoffe, er hat dir gefallen.




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